Rücktritt des bayrischen Königs

Rücktritt des bayrischen Königs

Am 3. März übergaben liberale Aktivist:innen im Münchner Rathaus eine Petition mit Märzforderungen. Bereits zwei Tage zuvor war die Regierung von König Ludwig I. zum Rücktritt gezwungen worden und der Monarch selbst sah sich einer wachsenden öffentlichen Kritik ausgesetzt. Die bayrische Regierung hatte die Not kaum lindern können, die durch europaweit verzeichnete Missernten in den Jahren um 1848 auch Bayern betroffen hatte. Das Fass zum Überlaufen brachte jedoch die skandalträchtige Affäre des Königs mit der irischen Tänzerin Lola Montez. Nach zahlreichen kostspieligen Geschenken an seine Geliebte, wollte er ihr nun auch die bayrische Staatsbürgerschaft verleihen. Dies stieß besonders bei der bayrischen Oberschicht auf Ablehnung. Der Rückhalt für den König schwand in der Bevölkerung, die Regierung war nicht länger bereit, den König zu unterstützen.

Als im Verlauf des März 1848 auch Aufstände in anderen europäischen Hauptstädten ausbrachen, mitunter Ludwigs Verwandte aus ihren Residenzen fliehen mussten, wurde die Brisanz seiner Lager offenbar. Am 4. März erstürmten Protestierende das Münchner Zeughaus und bewaffneten sich. Auch die aufmarschierten bayrischen Soldaten schreckten die Protestierenden nicht mehr ab. Der Druck ihrer Forderungen wurde letztlich so groß, dass der König am 6. März auf diese eingehen musste. Er berief eine Ständeversammlung ein und leite Reformen zur Modernisierung Bayerns in die Wege. Politisch besiegt, trat Ludwig am 19. März 1848 zu Gunsten seines Sohnes Maximilian ab.