Geschichte des Ortes

Friedhof der Märzgefallenen – Gedenkort für zwei Revolutionen

Der Friedhof der Märzgefallenen in Berlin ist ein besonderer Ort, denn er ist sowohl Zeugnis als auch Erzeugnis der Revolution von 1848. Weil er 1848 von den Revolutionär:innen selbst angelegt wurde, nennt ihn der Berliner Denkmalschützer Jörg Haspel „ein authentisches kulturelles Produkt der Aufständischen, der Zukunft gewidmet zur Erinnerung an die Ziele der geschlagenen Oppositionsbewegung“. Diese Besonderheit unterscheidet den Friedhof der Märzgefallenen von anderen bedeutenden Erinnerungsorten der Revolution 1848/49, wie z.B. der klassizistischen Paulskirche oder dem erst Jahrzehnte später errichteten Wiener Märzobelisk.

Auch eine europäische Bedeutung unter den Denkmalen und Erinnerungsstätten für das Revolutionsjahr 1848 kommt dem Friedhof der Märzgefallenen zu. Die Auseinandersetzung mit den historischen Wurzeln der Demokratie in Europa ist auch deshalb geboten, weil Nationalist:innen und Rechtspopulist:innen immer häufiger versuchen, Erinnerungsorte der Revolution 1848 zu instrumentalisieren. „Die europäischen Erinnerungen (…)“, schreiben Étienne François und Thomas Serrier, „sind nichts Starres und leben nur durch die vielen Akteure, die sie teilen. Sie formieren sich ständig neu und werden das sein, was wir aus ihnen machen“. Orte der Demokratiegeschichte wie der Friedhof der Märzgefallenen in Berlin können Bausteine für eine europäische Identität und Geschichtspolitik sein.

Mehr zur Geschichte des Friedhofs der Märzgefallenen können Sie in unserer Broschüre nachlesen.