Sklav:innenaufstände auf den Antillen
Sklav:innenaufstände auf den Antillen
Die Nachricht, dass die Revolution die „Mutterländer“ erfasste, beflügelte in den Kolonien den Kampf um Freiheit. Am 24. April 1848 verfasste der französische Politiker Victor Schoelcher ein im Hôtel de la Marine verfasstes Dekret zur Abschaffung der Sklaverei. Nur wenige Tage später hatten Aufstände auf den Antilleninseln Erfolg, auf Martinique wurde die Sklaverei abgeschafft. An Schoelcher und an die Abschaffung der Sklaverei 1848 wird noch heute in der Karibik erinnert.
Während in Frankreich im Zuge der Februarrevolution noch darüber diskutiert wurde, brachten britische Schiffe die Nachricht über das mögliche Ende der Sklaverei auf die Antillen. Anders als auf dem Bild dargestellt, blieben Versklavte nicht passiv und warteten auf die Befreiung durch die einstigen Peiniger. Hand in Hand gingen freie und versklavte Schwarze in Martinique auf die Straßen, um die Befreiung eines Großteils der Bevölkerung durchzusetzen. Der späte Mai 1848 war von gewalttätigen Ausschreitungen geprägt. Am 22. Mai eröffneten Sicherheitskräfte in Martinique das Feuer auf demonstrierende Sklav:innen. Bis zu 70 Demonstrant:innen kamen ums Leben. Als Antwort auf die Schüsse wurden Häuser weißer Bewohner:innen in der Küstenstadt Saint-Pierre in Brand gesetzt. Bei den Bränden starben 34 weiße Siedler:innen.
In Martinique, aber auch auf anderen Antilleninseln wie Guadeloupe wollten Versklavte nicht auf das Inkrafttreten der in Paris beschlossenen Abschaffung der Sklaverei warten. Nach Aufständen erlangten versklavte Menschen in Guadeloupe bereits am 26. Mai 1848 ihre Freiheit. In Französisch Guayana, wo es keine Aufstände gab, dauerte es noch bis zum 10. August, bis die im Mutterland verabschiedeten Gesetze in Kraft traten. In Frankreich wird heute an zentralen Orten des Sklavenhandels 1848 wie dem Hafen von Nantes den Meilenstein des Abolitionismus gedacht.