Aufstand in Sachsen

Aufstand in Sachsen

Wie in anderen Regionen des Deutschen Bundes konnten im Königreich Sachsen Demokrat:innen bei den Wahlen für den Landtag im September 1848 große Erfolge
erzielen. Sachsen wurde von der Frankfurter Nationalversammlung aufgefordert, die am 28. März 1849 in der Paulskirche verabschiedete Reichsverfassung anzunehmen. Der von Demokraten dominierte Dresdener Landtag übte Druck auf König Friedrich August II. aus und forderte die Umsetzung der revolutionären Agenda. Der reagierte am 30. April 1849 mit der Auflösung des Landtags. Eine Gruppe von Dresdner Stadtverordneten organisierte aus Protest am 3. Mai einen Umzug der bewaffneten Kommunalgarde, der jedoch vom König untersagt wurde.

In der Stadt verbreitete sich das Gerücht, Friedrich August II. fordere preußische Truppen an, um gegen die ausgebrochenen Proteste vorgehen zu können. Dresdner:innen und Aufständische aus dem Umland Herbeieilende reagierten mit dem Versuch das Zeughaus zu stürmen. Dort stationierte Soldaten eröffneten das Feuer. In den Gefechten kamen 20 Revolutionäre ums Leben, viele weitere wurden verwundet.

Die Bevölkerung der sächsischen Hauptstadt ließ das Vorgehen der Soldaten nicht unbeantwortet. Bei schweren Ausschreitungen im Stadtraum wurden über 100 Barrikaden gebaut. In den Morgenstunden des 4. Mai 1849 floh Friedrich August II. mit seiner Familie aus Dresden auf die Festung Königstein. Eine provisorische Regierung wurde einberufen. Während einer vereinbarten Waffenruhe sammelten sich zusammengerufene konterrevolutionäre Einheiten und holten zum Gegenschlag aus. Nach intensiven Häuserkämpfen war der Aufstand am 9. Mai niedergeschlagen.