Nachricht über das Ende der Sklaverei

Nachricht über das Ende der Sklaverei

Im März 1848 legte das Dampfschiff Cambria in den USA an. Das Schiff hatte Zeitungen aus Europa über den Ausbruch der Revolution in Frankreich an Bord. Das Interesse war riesig. Rasch entzündete sich in den Vereinigten Staaten eine Diskussion über die Revolution in Europa. So beobachtete z.B. Frederick Douglass, der sich für die Abschaffung der Sklaverei in den USA einsetzte, aufmerksam die Debatte darüber in den französischen Kolonien. Er drückte seine Hoffnung aus, dass Europa den USA die Idee von „Freiheit für alle“ vermitteln könne.

Die europäische Forderung, den Sklavenhandel zu verbieten, begünstigte den Kampf für die Abschaffung der Sklaverei in den USA. Am 13. April lag das Schiff Pearl mit 75 Versklavten Menschen im Hafen von Washington D.C.. Daniel Drayton, Kapitän der Pearl, schmiedete mit dem freien Schwarzen Daniel Bell einen Fluchtplan. Bell hatte zuvor vergeblich vor Gericht versucht, seine versklavte Frau, seine Kinder und Enkelkinder aus dem Sklavenstatus zu befreien. Sie sollten mit der Pearl zu den Plantagen in den Südstaaten gebracht werden. Am 15. April legte das Schiff ab. Statt die Versklavten in die Südstaaten zu bringen, steuerte Drayton die Staaten an der Nordküste an, in denen die Sklaverei abgeschafft worden war. Ein anderes Schiff verhinderte jedoch die Weiterfahrt der Pearl. Zurück an Land mussten die Versklavten in Ketten durch die Stadt zum Gericht laufen. Drayton und seine Crew wurden inhaftiert. Zeitungen wie die North Star berichteten, dass der Fluchtversuch von den Revolutionsereignissen in Frankreich motiviert war.

Unter konservativen Kräften in den USA brach ein Sturm der Entrüstung aus. Befürworter:innen der Sklaverei bezeichneten den Fluchtversuch als Generalangriff auf das Recht der Sklavenhaltung. In der Nacht vom 18. auf den 19. April 1848 kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen in Washington. Attackiert wurden die Büros der Zeitung National Era. Sie positionierte sich immer wieder gegen den Sklavenhandel. Dies gefiel nicht allen Amerikaner:innen. Tausende Demonstrant:innen versammelten sich vor dem Gebäude, warfen mit Steinen gegen die Fensterscheiben und versuchten die Räumlichkeiten in Brand zu stecken. Auch in den Folgetagen kam es zu gewalttätigen Ausbrüchen. Der amerikanische Präsident James K. Polk äußerte Verständnis für diese White Supremacists, verurteilte jedoch deren Gewalt.