Letzte Phase

Letzte Phase

Im Deutschen Bund unterdrückten die Fürsten sehr bald die demokratischen Bewegungen mit Hilfe ihres Militärs und lösten im Spätsommer sogar die Nationalversammlung auf. Doch konnten auch die Fürsten die Zeit nicht zurückdrehen. Die Revolution 1848/49 wirkte in ihren Staaten nach. So wurden fast alle Staaten des Deutschen Bundes nach der Revolution konstitutionell regiert, also auf Grundlage einer Verfassung. Politische Macht allein als königliches Privileg zu begreifen war nicht länger möglich. Auch die Fürsten mussten das einsehen und erließen für ihre Länder Verfassungen.

Verwehrt blieb dieser Teilerfolg vor allem den Nationalitäten der Habsburgermonarchie. Hier wurden im Laufe des Jahres 1849 die ungarischen, tschechischen, polnischen, ruthenischen (ukrainischen) und italienischen Unabhängigkeitsbestrebungen gewaltsam erstickt. Auch der Wunsch nach einer verfassungsmäßigen Regierung blieb hier noch jahrzehntelang unerfüllt.

Auf den ersten Blick scheint die Revolution gescheitert. Schaut man aber genau hin, stellt die Revolution von 1848/49 einen Meilenstein in der Geschichte unseres Kontinents und seiner Demokratie dar. Zum ersten Mal formulierten Menschen europaweit ähnliche Forderungen nach Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und Freiheitsrechten. Sie bezogen sich auf- und solidarisierten sich miteinander. Zwar gelang es der alten Ordnung der Monarch:innen 1849 noch einmal diese Bestrebungen zu unterdrücken, auf lange Sicht mussten sie aber den Forderungen nach Demokratisierung und soziale Reformen nachgeben. Die Revolution von 1848/49 ist somit ein gesamteuropäisches Kapitel der Demokratiegeschichte, welches noch lange nachwirkte und uns heute umso stärker zeigt, dass sich der Einsatz für Demokratie, Gerechtigkeit und Freiheitsrechte lohnt, aber auch immer wieder aufs Neue geführt werden muss.