Märzrevolution in Wien

Märzrevolution in Wien

Am 12. März kamen Studenten in der Aula der Wiener Universität zusammen und formulierten eine Petition mit Forderungen an Kaiser Ferdinand I. Die Revolution, die im Vormonat in Paris ausgebrochen war, rief im Vielvölkerstaat des österreichischen Kaiserreiches vielfältige Reaktionen hervor. Europaweite Transport- und Kommunikationswege machten die revolutionären Forderungen auch in Wien, Prag, Mailand und Pest greifbar. Sie beflügelten hier nicht nur den Wunsch nach Verfassung und Demokratie, sondern auch nach staatlicher Eigenständigkeit der italienischen, tschechischen, polnischen und ungarischen Kronländer von den Habsburgern.

Am 13. März trafen sich erneut Studenten in der Inneren Stadt Wiens. Vor dem Niederösterreichischen Landhaus wollten sie ihren Forderungen demonstrativ Nachdruck verleihen. Dieser Demonstration schlossen sich auch zahlreiche andere Bevölkerungsgruppen Wiens an. Um die wachsenden Proteste einzudämmen, ließ die kaiserliche Regierung das Militär aufmarschieren. Im dichten Gedränge der Inneren Stadt kam es letztlich zur Eskalation. Die Soldaten eröffneten das Feuer auf die unbewaffnete Menge. Die Reaktion hierauf war der Ausbruch schwerer Ausschreitungen in den von Arbeiter:innen dominierten Vorstädten Wiens. Tote wurden auf beiden Seiten, der Revolution als auch der Armee, verzeichnet. Noch am selben Abend musste der scheinbar allmächtige Staatskanzler Metternich, welcher das harte Vorgehen gegen die Proteste befeuert hatte, zurücktreten und aus der Stadt fliehen.

Auch in den darauffolgenden Monaten kam Wien nicht mehr zur Ruhe. Die Kaiserfamilie floh aus der Stadt, während fast überall in ihrem Reich neue Brandherde der Revolution aufbrachen. Vom vergleichsweise ruhigen Olmütz (Olomouc) in Böhmen aus, versuchten die Habsburger die Kontrolle wieder zu erlangen. Dies sollte ihnen jedoch erst ein Jahr später vollständig gelingen.