Prümer Zeughausturm

Prümer Zeughausturm

Wie in der preußischen Region Westfalen, löste auch im Rheinland und an der Mosel die gewaltsame Auflösung der Parlamente Proteste aus. Zusammen mit Aufständen wie in Dresden sind diese Erhebungen als Maiaufstände bekannt und gelten als letztes revolutionäres Aufbegehren im Deutschen Bund. In Prüm, 65 Kilometer nördlich von Trier gelegen, stürmten Bürger:innen am 18. Mai das lokale Zeughaus in Verteidigung der im März in Frankfurt verabschiedeten Grundrechte des deutschen Volkes.

Die drohende, sich abzeichnende Auflösung der Nationalversammlung, die auch an der Mosel als parlamentarisches Volksorgan anerkannt war, mobilisierte Anhänger:innen demokratischer Ziele. An einer Volksversammlung in Marienburg am 13. Mai 1849 nahmen 5.000 Menschen teil.

100 Aufständische aus den Regionen Wittlich, Trier und Bitburg setzten am 18. Mai 1849 den auf der Volksversammlung in Marienburg getroffenen Beschluss um, das preußische Zeughaus im nahegelegenen Eifelstädtchen Prüm zu stürmen und damit die Anerkennung der Reichsverfassung zu erzwingen. Vor Ort trafen sie auf preußische Wachmänner. Ein Teil von ihnen lief zu den Aufständischen über. Die erbeuteten Waffen wurden über Wittlich zur Mosel geschafft. Schnell brachte das preußische Militär die Lage in Prüm wieder unter Kontrolle. 43 Personen wurden wegen der Erstürmung des Zeughauses angeklagt, einige von ihnen zum Tode verurteilt. Für Friedrich Engels bewies der Prümer Zeughaussturm, dass es sich bei der Revolution um eine Revolution von unten handelte. Es lag den Protesten, so seine Worte, kein gemeinsamer Plan zugrunde. Vielmehr wurden die Aufstände der Reichsverfassungskampagne „durch den revolutionären Instinkt der Bevölkerung hervorgerufen.“