Die Republik des Heiligen Markus in Venedig

Die Republik des Heiligen Markus in Venedig

Neben Mailand gehörte die Hafenstadt Venedig zu den Zentren der Revolution in Italien. Die Stadt und ihr Umland waren ebenso Teil des von den Habsburgern regierten Kaisertums Österreich. Der Sturz des mächtigen Staatskanzlers Metternichs sorgte daher auch hier für Demonstrationen für die Unabhängigkeit von der Habsburgermonarchie aus. Intellektuelle wie Niccolò Tommaseo und der Anwalt Daniele Manin forderten schon seit 1847 Verfassungsreformen. Am 22. März 1848 siegte die Revolution auch in Venedig.

Manin war aufgrund seines politischen Engagements inhaftiert worden, kam jedoch am 17. März – kurz nach der revolutionären Erhebung in Wien – frei. Am 22. März entzündeten sich in der Lagunenstadt dann erste Massenproteste. Manin mobilisierte die Venetianer:innen als überzeugender Redner. Gegen 16.30 Uhr verkündete er auf dem Piazza San Marco: „Viva La Repubblica, viva la libertà, viva San Marco!“. Am Folgetag riefen revolutionäre Kräfte die von der Habsburgermonarchie unabhängige „Republik des Heiligen Markus“ aus.

Trotz zahlreicher Angriffe blieb die Inselrepublik eineinhalb Jahre bestehen. Den Machthabern in Wien gelang es lange Zeit nicht, gegen die Revolutionen in Norditalien effektiv vorzugehen. Erst nach der Niederschlagung der kaum ein halbes Jahr bestehenden Römischen Republik am 30. Juni 1849 musste die venezianische Revolutionsbewegung am 22. August 1849 kapitulieren. Wie schon in Mailand führte auch hier Radetzky die österreischischen Truppen.