Revolution in Mailand
Revolution in Mailand
Die Abdankung Metternichs in Wien am 13. März1848 löste im Vielvölkerstaat der Habsburgermonarchie ein politisches Erdbeben aus. In vielen Städten und Regionen hatten sich bereits in den Jahren vor 1848 Unabhängigkeitsbewegungen entwickelt, die entweder die Unabhängigkeit einer Teilregion oder die Zugehörigkeit zu einem anderen Bund, Staat oder Königreich verfolgten. In Mailand, dem politischen Zentrum der damals zur Habsburgermonarchie gehörenden Lombardei, demonstrierten am 18. März zahlreiche Menschen vor dem Gouverneurspalast. Protestierende überwältigten die Polizeiposten und brachten den Gouverneur in ihre Gewalt. Barrikaden wurden errichtet und der Wien treu ergebene Gouverneur musste einer Reihe von Forderungen zustimmen.
Die österreichischen Machthaber sahen sich nun gezwungen zu handeln. General Josef Radetzky sollte mit einem im Castello Sforzesco stationierten Heer den Aufstand bekämpfen und den Gouverneurspalast wieder unter habsburgische Kontrolle zu bringen. Es folgten monatelange Straßenschlachten. Der Widerstand der Mailänder Bevölkerung war so groß, dass Radetzky seinen Auftrag nicht erfüllen konnte. Heute sind die ersten Tage des Aufstands als „Cinque giornate di Milano“ bekannt.
In ganz Italien gewannen nun die für nationale Unabhängigkeit engagierten Kräfte die Oberhand: Sie fanden sich unter der Führung des Königs von Sardinien-Piemont im Kirchenstaat und auch im Königreich beider Sizilien zu einer Allianz zusammen und erklärten den Habsburgern am 23. März 1848 den Krieg. Dieser erste Unabhängigkeitskriegwird in Italien als Risorgimento bezeichnet. Die Zeit von 1815 bis 1870 gilt als Phase dernationalen „Wiedererstehung“. Nach anfänglichen Erfolgen der italienischen Unabhängigkeitsbewegung konnte die österreichische Armee unter Radetzky mit einer Gegenoffensive weite Teile der Lombardei zurückerobern. Am 6. August 1848 zog sie wieder in Mailand ein.