Sizilianischer Unabhängigkeitskampf
Sizilianischer Unabhängigkeitskampf
Der 12. Januar 1848 markiert die Vorwehen der europäischen Revolution von 1848/49. Auf den Straßen Palermos kämpften Revolutionär:innen für die Unabhängigkeit der Insel Sizilien und vom aristokratischen Großgrundbesitz und der Regierung im fernen Neapel. Die Mittelmeerinsel gehörte zum damaligen Königreich beider Sizilien. Dieses bestand aus der Insel Sizilien und dem südlichen Teil Italiens. Hauptstadt und königliche Residenz war die Stadt Neapel. Bereits nach zwei Wochen brachten die Aufständischen Sizilien unter ihre Kontrolle. Die einstigen Herrscher konnten lediglich die Festung Messina halten.
Sizilien wurde durch die Revolution eine demokratische, unabhängige Republik mit einem repräsentativen Parlament. An der Spitze des Staates stand nun nicht länger ein König, sondern ein gewählter Präsident. Der Erfolg dieser Revolution löste eine Kettenreaktion aus. Ein geeinter italienischer Nationalstaat war zu dieser Zeit eine bloße Idee, eine politische Zielvorstellung verschiedener Gruppen. In der Realität bestand es aber aus einer Vielzahl von Staaten, deren Herrscher ein Übergreifen der sizilianischen Ereignisse auf ihre Gebiete befürchteten. So ließen sie sich zunächst auf Zugeständnisse gegenüber ihren Bevölkerungen ein. Als die Republik Sizilien schon nach 16 Monate scheiterte, wurden die alten Verhältnisse gewaltsam wiederhergestellt. Ein vereinigtes italienisches Königreich sollte erst 1861 zur Realität werden.